Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

So geht es nicht weiter. Der Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug!“ hat sich wie ein Virus im Inneren Team ausgebreitet. Mit dieser Haltung stehe ich mir selbst im Weg. Gemeinsam mit meinem Willen zur Veränderung mache ich eine Bestandsaufnahme:

Das Motto „Ich bin nicht gut genug!“, klingt zurückhaltend und genügsam. Es ist die Lieblingsparole der „Bescheidenheit“, die lieber entdeckt werden will, als sich selber anzupreisen. Auch die „Verantwortungsbewusste“ unterstützt das Motto, denn: „Besser nichts versprechen, was wir später vielleicht nicht einlösen können.“ Die „Perfektionistin“ ergänzt: „Wir sind noch lange nicht gut genug!“ Die „Skeptikerin“ und die „Ängstliche“ nicken bestätigend.

„Forschergeist“, „Tüftler und Bastlerin“, „Künstlerin“ und die „Kreativität“ haben sich über die Jahre mit dem Motto arrangiert. „Ich bin (noch) nicht gut genug!“, erlaubt ihnen, es sich im stillen Kämmerlein gemütlich einzurichten, dort mehr oder weniger eifrig vor sich hin zu wurschteln, ohne jemanden Rechenschaft über Tun und Wollen ablegen zu müssen.

Durch das Motto stark entlastet fühlen sich die inneren Wächter und Beschützer. Solange alle inneren Anteile zusammenbleiben und sich niemand heraustraut, müssen sie niemanden vor Fehlschlägen, Frustrationen, Kritik oder sonstigen unangenehmen Überraschungen und Gefahren bewahren.

Unentschlossen ist die „Eitelkeit“. Sie würde sich ja so gern endlich zeigen. Was aber, fragt sie, wenn die anderen Recht haben und sie sich durch ihr Zeigen etwa der Lächerlichkeit Preis gibt? Dem „Stolz“ geht es ganz ähnlich.

Auch der „Charme“, der „Witz“ und die „Liebenswürdigkeit“ würden sich gern mehr zeigen. Doch sie bekommen heftigen Gegenwind: „Solange wir nicht gut genug sind, besteht für euch überhaupt kein Anlass, euch irgendwie selbstbewusst und charmant zu geben!“ Und da der „Charme“ und die „Liebenswürdigkeit“ nun einmal nett veranlagt sind, halten sie sich entsprechend zurück.

Zur Rebellion unbedingt und sofort bereit sind die „Macherin“, das „Improvisationstalent“, die „Experimentierfreudige“, die „Problemlöserin“, die „Abenteurerin“, die „Spielerin“, die „Neugierige“, die „Ehrgeizige“, die „Wettkämpferin“, der „Geltungsdrang“ und die „Kontaktfreudige“.

Nach dieser ersten Umfrage erkenne ich insbesondere die Anteile aus der kreativen Ecke als Dreh- und Angelpunkt für eine nachhaltige Umsetzung meines neuen Mottos. Ein sich Zeigen und damit auch gesehenen werden bietet ihnen erhebliche Vorteile: Resonanz, Feedback und Kritik helfen ihnen bei der Einschätzung, wo sie tatsächlich gerade stehen. Anregung durch Gleichgesinnte inspirieren sie zu neuen Ideen. Unterstützung, Ermutigung und Anerkennung stärken ihre Talente und erweitern ihre Möglichkeiten. Ja, ich bin überzeugt, spätestens wenn die kreative Ecke auf dem neuen Kurs ist, ziehen die anderen Anteile nach.

Der Wille und ich rufen also die Abteilungsleiterin, die Artdirektorin zu uns, besprechen mit ihr die Lage und erteilen ihr den Auftrag, den Anteilen aus der kreativen Ecke das neue Motto mit seinen Vorteilen schmackhaft zu machen. Ihnen und allen anderen Anteilen des Inneren Teams stellt sich ab sofort der Wille zur Seite.

Denn der Wille ist unverzichtbar, wenn es um die Umsetzung von Entscheidungen geht. Der Wille macht den ersten Schritt. Der Wille begleitet die allmähliche Veränderung im Verhalten. Der Wille hilft über Stagnation und Schwierigkeiten hinweg. Der Wille hält so lange durch, bis das neue Motto bei allen angekommen ist.

Das neue Motto lautet: „Ich bin so weit!“.

Schreibanregung

Mit welcher Haltung stehst du dir selbst im Weg? Welche inneren Anteile unterstützen diese Haltung? Wie profitieren diese inneren Anteile von der Haltung? Welche inneren Anteile sind bereit für die Rebellion? Welche Anteile verhalten sich noch zurückhaltend oder neutral? Wie lautetet das neue Motto, das du etablieren willst? Welche inneren Anteile profitieren dabei am meisten? Welche inneren Anteile kannst du zu Zugpferden machen, wenn es um die Etablierung der neuen Haltung geht? Wie kannst du sie motivieren? Welche Vorteile bringt ihnen die neue Haltung? Wie können sich die inneren Anteile des Willens bedienen, um ihr Verhalten nach und nach der neuen Haltung anzupassen? Spiele dein Szenario schreibend durch. Viel Erfolg!

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