Verbündete

Wie meine Freunde, Freundinnen und Verbündeten sein sollen? Na, ist doch klar: Sie sollen zu mir halten! Vor allem sollen sie an mich glauben und mir zutrauen, dass ich es schaffe. Vielleicht ist mir gerade das besonders wichtig, weil mein Inneres Team in dieser Hinsicht unterbesetzt ist?

Es gab eine Zeit, in der wünschte ich mir vor allem Freunde, die mich vom Schreibtisch loseisten. Meine inneren Anteile „Pflichtbewusstsein“, „Ehrgeiz“, „Strebsamkeit“, „Forschergeist“ und „Wissbegierde“ hatten sich dermaßen aufgebläht, dass innere Anteile, die für Entspannung standen, sich kaum mehr Gehör verschafften. Meine Verbündeten im Außen sollten dementsprechend unternehmungslustig und locker drauf sein, die Kunst des Müßiggangs beherrschen und im Zweifel Fünfe gerade sein lassen.

Diese Phase ging in eine andere über, in der ich größtmögliche Ablenkung suchte. Ich kam mit meinen Sachen nicht klar und wollte mich auch nicht mit ihnen beschäftigen, doch sie hörten nicht auf, in mir zu rumoren, gaben keine Ruhe und machten mich krank. Meine Verbündeten im Außen sollten damals eine Menge Flausen im Kopf haben, mit ihren Gedanken lieber in die Ferne schweifen, die Nacht zum Tag machen und sich beständig im Rausch befinden.

Danach kam die Zeit, in der ich vor allem Ratgeber suchte, denn ich selbst schien mir ja nicht helfen zu können. Ich brauchte Leute im Außen, die mir sagten, wo es lang ging. Auch Beschützer und Tröster waren willkommen und alle, die mich mit ihrem Zuspruch wieder aufbauen wollten. „Wird schon werden“, waren damals gern gehörte Worte und: „Du schaffst das schon“.

Nun also die Phase, in der ich insbesondere jene Verbündeten zu schätzen weiß, die mich in meinen Vorhaben bestärken, mir Mut zusprechen und versichern, dass sie an mich glauben. Wenn ich es genauer betrachte, wünsche ich mir dazu unbedingt den Manager- und Kaufmann-Typ zur Freundin, auch eine bestens Informierte mit hilfreichen Beziehungen sowie ein Coach sollten gern dabei sein. Ach, ja, das wäre schön …

Noch schöner allerdings ist herauszufinden, welche meiner inneren Anteile diese Parts übernehmen könnten? Vielleicht sind sie alle schon da, kommen nur nicht recht zum Zuge? Oder sie sind noch nicht ganz erwachsen, wollen erst noch lernen dürfen? Wie kann ich den Teil in mir stärken, der für Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen steht? Wie baue ich meinen inneren Manager und Kaufmann auf?

Ich habe einige innere Anteile gefunden, zu denen diese Aufgaben ganz gut passen. Sie haben mir von ihren Vorbehalten, Ängsten und Sorgen erzählt. Gemeinsam haben wir überlegt, was ihnen helfen kann, zu wachsen.

Ich verschaffte ihnen Gelegenheiten, sich zu bewähren und Erfahrungen zu sammeln. Vorerst im Kleinen und Schritt für Schritt, denn alle meine inneren Anteile wollen bitte langsam und allmählich wachsen dürfen. Inzwischen bin ich durchaus zuversichtlich, dass wir uns schon recht bald auch an Größeres wagen.

Schreibanregung

Wie sollen deine Verbündeten, Freunde und Freundinnen sein? Liste alles auf, was du dir von ihnen für dich wünscht. Überlege schreibend, warum dir gerade diese Eigenschaften und Fähigkeiten besonders viel bedeuten? Weisen sie dich auf eine eigene Schwäche hin, die du stärken kannst? Signalisieren sie ein Bedürfnis, das du dir selbst erfüllen kannst? Zeigen sie dir Qualitäten auf, die in dir schlummern? Komme schreibend in Kontakt zu dem Anteil oder den Anteilen in dir, die sich in Zukunft mehr zeigen sollen. Mache dir ein Bild von ihnen: Wie sehen sie aus und wie wirken sie auf dich? Was brauchen sie, um zu wachsen? Viel Spaß!

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