In Stimmung sein

Ich kenne das vom Romanschreiben: Wenn ich meine Heldin ständig vor die Wand knallen lasse, fühle ich mich bald selbst wie ein Wrack. Die einfachsten Dinge misslingen oder ich versuche erst gar nicht, sie überhaupt anzupacken. Höchste Zeit für einen Stimmungswechsel!

Ich schufte für Mindestlohn unter prekären Bedingungen und fühle mich nach einigen Monaten als Mensch wertlos und austauschbar. In der Suchthilfe arbeite ich mit psychisch labilen Leuten und empfinde das Leben bald selbst als furchtbar schwer. Tagelanger Regen drückt meine Stimmung, ebenso anhaltende Hitze. Unfälle und andere tragische Ereignisse können mich vollends aus der Bahn werfen.

Am einfachsten wäre, die schwierigen Umstände sofort zu ändern und mit den belastenden Tätigkeiten aufzuhören. Aber nicht immer ist das möglich oder auch nur gewollt. Ich hatte meine Gründe, mit den Projekten zu beginnen, und will sie jedenfalls noch zu Ende bringen. Also sorge ich bewusst für eine andere Stimmung.

Ich kümmere mich liebevoll um meine Zimmerpflanzen. Ich radele zum Lachyoga in den Park. Ich sehe einen Film mit den Marx Brothers oder mit Dick und Doof. Ich meditiere. Ich gehe Schwimmen. Überhaupt bin ich in Bewegung. Bewegung hilft fast immer. Und natürlich Musik!

Während meine Romanheldin durch die Hölle muss, darf ich nebenbei trotzdem auch mal etwas Schönes schreiben. Wenn gar nichts geht, dann schreibe ich eben schöne Passagen aus meinen Lieblingsbüchern ab. Sie einfach nur lesen reicht meistens auch schon aus.

Beim Schreiben der Morgenseiten und des Tagebuchs achte ich darauf, mich nicht in negativen Gefühlen und Gedanken zu verfangen. Spätestens am Ende eines jeden Eintrags steht etwas Aufbauendes. Ein paar zuversichtliche Worte, etwas Werschätzendes, ein Lichtblick.

Auch das Texten dieses Blogs trägt zu meinem Stimmungsausgleich bei. Jeder Beitrag bekommt ein positives Ende, so verbessert sich meine Gemütsverfassung schon beim Konzipieren. Ich hoffe, es geht dir beim Lesen ähnlich!

Schreibanregung

Achte auf deine Stimmungslage. Erlaube dir auch unter widrigen Umständen immer wieder gute Laune. Schreibe bewusst schöne Sachen auf, notiere die guten Dinge, die es trotz allem doch noch gibt. Vielleicht schreibst du heimlich nebenbei und nur für dich eine Liebesschnulze. Oder einen heldenhaften Abenteuerroman, in dem du die Hauptrolle spielst. Lobe dich selbst. Preise deine Fertigkeiten. Liebkose dich schreibend. Ich wünsche dir viel Glück!

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